Elegoo Mars
mein neuer 3D Drucker

Vor noch nicht all zu langer Zeit, war das Thema SLA Drucker noch ein absoluter, unerfüllbarer Traum. Die Geräte in dem Bereich waren unerschwinglich für einen Normalsterblichen. Doch dies ändert sich nun Gott sei Punk gerade. Dadurch kam auch der Wunsch nach einem SLA Drucker bei mir wieder hoch und ich schaute mich bei den erschwinglichen Geräten einmal genauer um.

Zu Beginn stand ein ANYCUBIC Photon bei mir ganz weit oben auf der Wunschliste. Auch wenn ich mir nicht so 100 sicher war, ob es dieser Drucker wirklich werden sollte. Irgendwas hat mich davon abgehalten diesen 3D Drucker zu kaufen. Was genau es war, kann ich gar nicht mehr wirklich sagen. Er liefert geniale Qualität ab, ist nicht teuer und viele Leute sind begeistert von dem Drucker.

Trotzdem habe ich mich nach langem lesen, schauen von vielen Videos und dem einholen von anderen Nutzern für den Elegoo Mars entschieden. Dieser SLA Drucker kommt in meinen Augen mit einem unschlagbaren Preis von (stand Oktober 2019) 279,- € daher. 

Zuerst dachte ich mir, das kann kein guter Drucker sein, für den Preis erinnert es doch sehr an einen dieser 3D Drucker an denen man mehr schraubt und bastelt als zu drucken. Doch dem ist nicht so. Auspacken, hinstellen, Druckbett ausrichten (was total schnell geht) Resin einfüllen loslegen. So könnte man die Vorgehensweise des Elegoo Mars nennen. Das Schöne an dem Gerät ist die Tatsache das man ihn nicht permanent an einem PC angeschlossen haben muss. Die gesliceten Druckdaten speichert man auf einem USB Stick und davon zieht sich der Drucker dann die gewünschten Daten.

Als Slicer kommt die Software Chitubox zum Einsatz. Schon nach kürzester Zeit habe ich mich in der Software zurecht gefunden und wusste genau wo ich hinzulangen habe. Wobei das fast nicht nötig ist. Man lädt das gewünschte 3D Modell, platziert es auf dem Druckbett, dreht es in die gewünschte Position, wenn nötig generiert man noch Stützmaterial, den sog. Support. In wenigen Fällen muss man auch noch selbst Stützmaterial platzieren und dann kann es eigentlich schon losgehen. Daten auf den USB Stick und Feuer frei.

In den Grundeinstellungen ist eine Schicht-Höhe von 0,05mm angegeben. Der Elegoo Mars kann aber bis zu 0,01mm runter. Also sehr sehr fein. Ich habe mit 0,05mm begonnen und was soll ich sagen? Die Ausdrucke sehen einfach extrem gut aus. Ich glaube aktuell brauche ich keine andere Auflösung zu wählen wenn ich Miniaturen etc. für unser Tabletop Hobby drucke. Denn man erkennt wirklich keinerlei Schichten wie man es aus dem FDM Verfahren kennt.

Der Druck ging auch relativ schnell von statten. Nach gut 2 Stunden waren die ersten beiden Miniaturen fertig und meine Augen leuchteten. Mit so einer irren Qualität hätte ich nie gerechnet.

Einen großen Nachteil hat die SLA-Druckerei dann aber doch. Im Gegensatz zum FDM Verfahren ist die Nachbearbeitung etwas aufwändiger. Beim FDM Druck nimmt man das Druckobjekt einfach aus dem Drucker und ist happy. So einfach ist das beim SLA Verfahren dann leider nicht. Nach dem Druck muss man das überflüssige Resin erst einmal grob abtropfen lassen. Im Anschluss wird das ausgedruckte Objekt in einem Isopropanol-Becken ordentlich abgewaschen, damit wirklich so viel wie möglich vom überschüssigen Resin abgewaschen wird. Zu guter Letzt braucht man am besten noch eine UV Lampe. Unter diese stellt man das gedruckte Objekt zum aushärten. Erst dann kann man sagen „Haben fertig“

Klingt nach viel Arbeit, ist es auch, aber die Ergebnisse sprechen für sich. Denn die sind einfach grandios.

Trotzdem gilt. beim Arbeiten mit Resin immer Handschuhe tragen, eine Maske gegen die Dämpfe ist angebracht und der Raum in dem man mit dem Resin arbeitet sollte immer gut gelüftet sein. Zumindest so lange wie man mit dem Resin hantiert. Der Geruch ist nicht so extrem wie viele sagen, aber man nimmt den Geruch doch deutlich wahr. Auch das Isopropanol duftet nicht gerade angenehm. 

Wenn man das alles beachtet und bereit ist, sich diesen Aufwand hinzugeben, bekommt man tolle 3D Objekte. Ich bereue es absolut nicht diesen Drucker gekauft zu haben.

Zum Lieferumfang des Druckers sei gesagt: Es ist fast alles dabei was man zum Drucken braucht.
Drucker, Netzteil, USB Stick (inkl. Software) Gummihandschuhe, eine Spachtel, ein kleiner Messbecher, Mundschutz, Filter zum Zurückfüllen des überflüssigen Resins, div. Imbusschlüssel und Ersatzschräubchen. Für was die dabei sind stellt mich aktuell noch vor ein Rätsel. Denn der Drucker ist so bewegungsarm, dass es für mich keine ersichtliche Stelle gibt wo eine Schraube fehlen könnte.

Gekauft habe ich den Drucker ganz normal über Amazon. Lief ohne Probleme und sehr schnell. Man sollte sich gleich noch eine Flasche Resin mit bestellen, da diese nicht im Lieferumfang enthalten ist. Eine weitere Überlegung wäre die UV Lampe. Ich habe eine günstige aus dem Nagelstudio-Bedarf genommen. Kostete 15,- € und reicht vollkommen aus.

 

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