Hobbit – Smaugs Einöde

der-hobbit-smaugs-einoede-kritikGestern Abend war es nun endlich so weit. Der zweite Teil (Smaugs Einöde) der Hobbit-Trilogie ist angelaufen. Wie auch schon beim ersten Teil musste ich am ersten Vorführtag den Film sehen. Ob es sich gelohnt hat und ob der zweite Teil die Geschichte um den Halbling und den Zwergen Buchgerecht weitererzählt werde ich euch hier verraten. Für die, die sich den Film noch anschauen wollen  sei gesagt dass ich teilweise ganz schön nörgeln werde.

Ein Jahr ist vergangen seit die Geschichte um den Hobbit Bilbo Beutlin begonnen hat. Jetzt geht es nun endlich weiter. Smaugs Einöde nennt sich der zweite Teil in dem die kleine Gemeinschaft ihre Reise fortsetzt um endlich zum Berg Erebor zu gelangen.

Wie auch schon beim ersten Teil habe ich wieder sehr viel vom Film mit dem Buch verglichen und musste sehr oft den Kopf schütteln weil vieles einfach erfunden oder nicht richtig wiedergegeben wurde.

Fangen wir mit dem Anfang an. Am Ende des ersten Teils werden die Zwerge, Gandalf und Bilbo von den Adlern auf einem Feldvorsprung abgesetzt. Hier hatte ich mich schon gefragt wie mögen die da wohl runter kommen? Nun, es wird nicht verraten. Zu Beginn des zweiten Teils ist die muntere Truppe wohl schon ein Stück weiter. Denn sie befinden sich schon kurz vor Beon’s Haus. Das ist so weit auch richtig und stimmt mit der Buchvorlage überein.

Nur wie sie auf Beon treffen stimmt irgendwie so gar nicht. Im Film rennen sie alle wie von der Tarantel gestochen auf das Haus von Beon zu. Da Bilbo Beon in der Bärengestallt erblickt hat. Beon ist in der Gestalt des Bären wohl unberechenbar.

Dieser Vorgang läuft aber eigentlich ganz anders ab. Normal geht Gandalf mit Bilbo vor und treffen auf Beon in der Menschengestalt und erzählen ihm was sie bis jetzt erlebt haben. Stück für Stück rücken die Zwerge nach bis alle zusammen sind und Beon ihnen Unterschlüpf gewährt. Auf die Szene hatte ich mich eigentlich sehr gefreut da sie im Hörspiel recht lustig erzählt wird. Doch leider ist davon nichts zu sehen.

 Das nächste was in meinen Augen falsch dargestellt wird ist der Teil im Düsterwald. Hier sollten die Zwerge und Bilbo sich eigentlich verlaufen und nach und nach von Spinnen verschleppt werden. Das passiert so in etwa auch. Nur das sie eben nicht nach und nach verschleppt werden sondern alle auf einmal. So auch Bilbo. Der Halbling wird normal nicht gefangen genommen sondern versteckt sich mit dem Ring vor den Spinnen und lenkt diese ab um die Zwerge zu befreien. Im Film befreit er die Zwerge zwar auch, aber erst nachdem er sich selbst befreit hat. Sind alle Zwerge befreit und die Spinnen niedergestreckt finden sie eigentlich durch Zufall ein Elben-Fest. Sie versuchen immer wieder zu den Elben vorzudringen um sie um Hilfe zu bitten. Doch die Feuer werden fix gelöscht und die Elben verschwinden um an anderer Stelle ihr Fest fortzusetzen. Dieses spielt sich 3 – 4 x so ab, bis sie schließlich von den Elben gefangen werden. Leider ist von den Festen auch nichts im Film zu sehen. Hier kommen die Elben den Zwergen mehr oder weniger zur Hilfe und erledigen einige der Krabbelviecher. Nun kommt endlich mal wieder etwas was auch stimmt. Die Zwerge werden gefangen genommen. Bilbo folgt ihnen unsichtbar. Auch die folgenden Minuten stimmen grundsätzlich schon einmal, sie sind zwar etwas ausgeschmückt mit Dingen die man so nicht mitbekommt, aber hier passt das Ganze irgendwie ins Bild. Nur Die Geschichte um Tauriel und Fili kannte ich so nicht. Das war neu aber passend.

Bilbo rettet die Zwerge wie auch im Buch mit den leeren Fässern die per Fluss wieder Richtung Seestadt geschickt werden. Nur was hier am Fluss passiert ist so lachhaft das es schon fast den Film ruiniert. Die Zwerge werden ja seit beginn der Trilogie vom Ork Azog verfolgt. So auch hier am Fluss. Es kommt einen so vor als wären es hunderte Orks die auf einmal auftauchen um Thorin den Gar aus zu machen. Das ist mit Verlaub ein bisschen lachhaft. Auch das Bombur (Der dickste unter den Zwergen) auf einmal mit seinem Fass ans Ufer gespült wird und damit beginnt die Orks wie im Mixer zu zerlegen war so nie im Buch zu lesen. Das komische an der Stelle (und in meinen Augen ein Filmfehler) ist aber das sein Fass zerbricht und er leicht wie eine Feder wieder Richtung Fluss rennt und schwubs in einem neuen Fass sitzt. Obwohl eigentlich keine leeren Fässer dabei waren. (Sehr seltsam)

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Nach einer weiteren Auseinandersetzung mit Orks und Elben gelingt ihnen nun endlich die Flucht und sie kommen ans Seeufer. Hier treffen sie auf den Bootsführer Bard. Kommt so eigentlich auch nicht vor. Aber es passt ganz gut. Zwar ist die Geschichte die einem erzählt wird etwas naja an den Haaren herbeigezogen aber man kann es verstehen. Irgendwie muss man ja im Film rüberbringen wie sie zur Hilfe der Seestadt kommen. Nach der etwas langatmigen Geschichte um die Seestadt (man merkt hier dass Peter Jackson unbedingt einen Dreiteiler machen wollte) geht es nun endlich zum Berg Erebor. Was hier so alles passiert ist zum Teil mehr als nur falsch. Ich fasse kurz zusammen.

Bilbo geht in den Berg: stimmt
Bilbo unterhält sich mit dem Drachen Smaug: stimmt
Die Zwerge beginnen mit dem Drachen zu kämpfen: stimmt so nicht
Und hier geht’s auch schon wieder los. Der ganze Kampf, der ca. 20 – 30Minuten dauert kommt so überhaupt nicht vor.

Nach der Unterhaltung mit Bilbo fliegt Smaug eigentlich zur Seestadt um diese in Schutt und Asche zu legen. Im Film kämpfen die Zwerge aber erst einmal gegen Smaug und übergießen ihn mit flüssigem Gold. Ich war doch etwas sehr verwundert wie schnell die paar Zwerge in der Hektik die verdammt großen Schmelzöfen wieder zum laufen bekommen haben. Immerhin standen diese seit Jahren still. Was dem ganzen aber noch die Krönung der Unglaubwürdigkeit aufsetzt ist die kurze Zeit in der das Gold in den Schmelzöfen beginnt sich zu verflüssigen. Dies geschieht innerhalb von ein paar wenigen Augenblicken. (lachhaft) Doch das Beste kommt noch. Nachdem das Gold verflüssigt ist, und in eine große Halle geleitet wird, schwimmt Thorin mit einer Schubkarre auf dem flüssigen Gold. Dass Zwerge Hitze gut wegstecken können dachte ich mir schon, aber das war einfach zu viel des Guten.

Nachdem sie es nicht geschafft haben Smaug mit dem flüssigen Gold den Gar aus zu machen fliegt dieser nun endlich zur Seestadt (juhu mal wieder etwas was stimmt). Hier endet der zweite Teil dann auch schon.

Nun frage ich mich ernsthaft was man noch alles in den dritten Teil gepackt hat um ca. 2,5 Stunden Film zusammen zu bekommen. Denn eigentlich kommt nicht mehr viel. Smaug macht die Seestadt ein bisschen platt, Smaug wird vernichtet, Am Berd beginnt eine Batscherei mit den Orks, Dain sollte kommen (auch ein Zwerg) und die Orks mit seinem Hehr ebenfalls zu batschen. Dann kommen normal noch die Adler und batschen auch noch ein bisschen mit. Thorin stirbt, Orks tot alles gut, Schatz wird aufgeteilt Film aus.

Wie man aus diesen paar Schnipseln noch einen kompletten Film machen will ist für mich ein Rätsel. Aber lassen wir uns überraschen.
Dennoch ist es ein guter Fantasyfilm geworden den man sich nicht entgehen lassen sollte.

2 Gedanken zu „Hobbit – Smaugs Einöde

  1. Erstmal DANKE für deinen Kommentar zu meinem HOBBIT-Blogpost.

    Ich habe allerdings zu aller erst 2 kleine Anmerkungen: der Bär heißt Beorn und die kleine Liebesgeschichte bahnt sich zwischen Tauriel und KILI (nicht Fili) an. ^^ Aber genug davon.

    Schlussendlich hast du Recht. Wiee ich schon in meinem Post geschrieben habe, ist der Film streckenweise (für den Hardcore-Fan) zum Verzweifeln, da man einfach merkt, dass hier mit einem 300seitigem Buch mit aller MACHT Geld gemacht werden will. Der Hobbit ist Popcorn-Kino für die Massen, ohne Liebe zum Detail und das nervt. Sicher ist es kein schlechter Film, doch man merkt einfach, dass es dem Film an Herzblut fehlt. Der Hobbit ist nicht wie der Herr der Ringe und das ist sehr bedauerlich. Ich hoffe wirklich, dass der dritte Teil nicht so ein Reinfall wird, wie der 2. und bin sehr gespannt, ob Thorin, Kili und Fili tatsächlich, wie im Buch das Zeitliche segnen. (Erinnern wir uns an dieser Stelle an den Herrn der Ringe, als man anmerkt, dass Bilbo das Mithril-Kettenhemd von THORIN geschenkt bekommt…). Man darf also gespannt sein.

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